Forex Experten und Analysten gehen davon aus, dass die europäische Gemeinschaftswährung auch die Woche wieder weiter an Wert gegenüber dem Dollar verlieren könnte. Gedrückt wird der Euro derzeit von der schlechten konjunkturellen Lage im europäischen Wirtschaftsraum sowie von den Spekulationen um eine weitere Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank im März.
Marktbeobachter und Investoren gehen davon aus, dass der in dieser Woche anstehende ZEW-Index zur Konjunkturerwartung nun zum 19. Mal hintereinander fallen könnte und die pessimistische Stimmung der Wirtschaft wiederspiegelt. Obwohl das größte Konjunkturpaket der amerikanischen Geschichte in der letzten Woche durch den Kongress verabschiedet wurde, zeigen sich doch viele Anleger enttäuscht. Derzeit flüchten sie lieber als in sicher geltende Währung zu Lasten des Euros. Auf kurze und mittlere Sicht profitiert davon wie eh und je der Japanische Yen. Vor dem Hintergrund der Enttäuschung über das Washingtoner Konjunkturpaket wirkt es etwas merkwürdig, dass auch der Dollar zu den Gewinnern der aktuellen Entwicklung zählt. Am Freitag wurde die amerikanische Landeswährung mit 1,2907 Euro gehandelt. Damit lag der Wert des Dollars 0,3 Prozent über dem Wert zum Ende der vorhergehenden Handelswoche.
Der Japanische Yen entwickelt sich unterdessen sehr gut. Seit Mitte des Jahres 2008 konnte die japanische Landeswährung gut 30 Prozent zum Euro und gut 20 Prozent zum Dollar hinzugewinnen. Zum Ende der letzten Handelswoche notierte der Yen bei 118,69 Euro bzw. 91,95 Dollar. Doch angesichts der sich rasant verschlechternden Konjunktur Japans, könnte die Stärke des Yen bald wieder kippen. Einige Analysten raten bereits dazu, die Gewinne im Yen mitzunehmen und die Positionen im Japanischen Yen glattzustellen. Marktbeobachter am Forex Markt gehen davon aus, dass die Bank of Japan drastische Mittel zur Stützung der für Japan wichtigen Exportwirtschaft ergreifen und die japanische Währung abschwächen könnte.
Derweil spielt sich in Russland ein kurioses Schauspiel ab. Der Rubel verlor seit Beginn des neuen Jahres fast ein Drittel seines Wertes, bevor es wieder leicht bergauf ging. Die russische Zentralbank arbeitet zur Zeit fieberhaft daran, der Verfall des Rubels aufzuhalten oder wenigstens abzubremsen. Aber in den letzten Tagen schien sich die Strategie der Notenbank zu drehen.
Am Freitag der letzten Handelswoche intervenierte die russische Zentralbank am Forex Markt, um den Anstieg der russischen Landeswährung aufzuhalten. Wie hoch die Intervention ausfiel ist bisher nicht unbekannt. Unbestätigten Gerüchten zufolge kann es sich von 700 Millionen bis zu 2,5 Milliarden Dollar handeln. Der Rubel ist an einen Korb aus Dollar (55 Prozent) und Euro (45 Prozent) gekoppelt. Bei Handelsschluss am Freitag notierte der Korb bei 39,09 Rubel. Die russische Landeswährung legte damit im Vergleich zum Wochenbeginn um ganze 4,5 Prozent an Wert zu.
Vor allem die sinkenden Ölpreise haben das Land in eine schwere Wirtschaftskrise gestürzt. Bereits seit Wochen ziehen verunsicherte Investoren massiv Kapital aus Russland zurück. Innerhalb eines Monats verlor der russische Rubel etwa ein Drittel seines Wertes. Aufgrund der doch sehr engen Verflechtungen des europäischen mit dem russischen Wirtschaftsraum, wurde dadurch der Euro ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. In den letzten sechs Monaten schrumpften die russischen Devisenvorräte um fast ein Drittel des Bestands. Etwa 200 Milliarden Dollar hat die russische Regierung bereits in den Rubel investiert, um einen unkontrollierten Absturz der russischen Landeswährung zu verhindern. Zu tief sitzen noch die Erfahrungen aus der Rubel-Krise von vor zehn Jahren, die Russland in eine langanhaltende wirtschaftliche Krise stürzte.

