FXCM Wöchentlicher Marktkommentar:Inflationsreport diktiert Kurs für das Britische Pfund„Gleichbleibend hoher oder sogar steigender Inflationsdruck dürfte die Bank of England von zusätzlichen Maßnahmen zur Lockerung der Geldmarktpolitik abhalten“, meint Torsten Gellert, Managing Director von FXCM Deutschland. Am Mittwoch erscheint der vierteljährliche Inflationsreport der Bank of England (BoE). Er dient Devisentradern als Anhaltspunkt, wie die Minutes der Bank of England Mitte November ausfallen könnten.
Während die bisher veröffentlichten Wirtschaftsdaten zum dritten Quartal 2010 die Erwartungen der Analysten übertroffen haben, ist davon auszugehen, dass die Verbraucherpreise weiterhin über dem Zielwert der BoE von zwei Prozent liegen. Im September 2010 betrug die britische Inflationsrate 3,1 Prozent. In den USA fiel sie mit 1,14 Prozent deutlich niedriger aus. „Vergleicht man die Rahmenbedingungen in Großbritannien mit denen in den USA, fällt nicht nur die unterschiedliche Inflationsrate ins Auge. Es liegt auch auf der Hand, dass die Konsolidierung der Staatsfinanzen in Großbritannien momentan deutlich mehr Gewicht erhält. Welcher Weg der langfristig bessere ist, wird dies- und jenseits des Atlantiks heftig diskutiert“, erläutert Gellert.
Ungewöhnlich deutlich haben sich kürzlich die deutschen Minister Schäuble und Brüderle zu diesem Thema geäußert und die US-Administration zu größerer Ausgabendisziplin angehalten. Sie wiederum hält eine stärker nachfrageorientierte Wirtschafts- und Fiskalpolitik in der EU für angebracht. Solange diese beiden Lager gegensätzliche Ansichten vertreten, dürfte der US-Dollar laut Gellert gegenüber dem Britischen Pfund und dem Euro unter Druck bleiben.
Die Britische Regierung hat erst vor zwei Wochen umfangreiche Ausgabeneinschnitte in Höhe von rund 800 Milliarden Pfund angekündigt, um die Staatsschulden einzudämmen. „Obwohl zu erwarten ist, dass sich diese Einschnitte im britischen Staatshaushalt und die Steuererhöhungen Anfang des kommenden Jahres negativ auf das Wachstum der britischen Wirtschaft auswirken, gewinnt das Pfund Sterling gegenüber dem US-Dollar momentan an Wert“, meint Gellert. Notierte der Wechselkurs USD/GBP noch im Mai bei rund 0,70 GBP, ist er in den vergangenen Wochen auf das Niveau von Jahresbeginn und die Marke von rund 0,61 GBP zurückgekehrt. Ein Grund dafür ist in den zusätzlichen Anleihekäufen der US-amerikanischen Federal Reserve zu sehen, die die Schwäche des US-Dollars begünstigt haben.
Die britische Notenbank ließ jüngst verlauten, dass sie ihr Ankaufprogramm für Anleihen über rund 200 Milliarden Pfund nicht ändern wolle. Marktteilnehmer rechnen daher nicht mit einer Aufstockung des Programms. „Sollte sich die Erholung der Wirtschaft in Großbritannien trotz der Einschnitte im Staatshaushalt als robust erweisen, besteht keine Notwendigkeit für eine weiterhin lockere Geldpolitik. Dann dürfte der Sterling weiterhin profitieren“, meint Gellert. Die Ratingagentur S&P hat bereits angekündigt, dass sie kein weiteres Downgrade bei der Bewertung Großbritanniens vornehmen werde – selbst wenn die Zentralbank weitere Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft umsetzen sollte.
09.11.2010, Dienstag
- Deutschland: Verbraucherpreisindex
10.11.2010, Mittwoch
- Großbritannien: Bank of England Quarterly Inflation Report
- Australien: Arbeitslosenrate Oktober
- China: Leistungsbilanz Oktober
11.11.2010, Donnerstag
- G20-Gipfel in Seoul, Südkorea
12.11.2010, Freitag
- Deutschland: Zahlen zum BIP Q3 2010
- USA: Index zum Verbrauchervertrauen der University of Michigan
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Updates zur EURUSD Intraday Analyse finden Sie
HIER.
Oliver Bossmann
DailyFX | FXCM Research Deutschland
http://www.fxcm.de

- fxcmlogo2.gif (4.83 KiB) 479-mal betrachtet
Disclaimer:
Der Handel mit Devisen und CFDs auf Margin beinhaltet hohe Risiken und ist nicht für jeden Anleger geeignet. Jeder Anleger, welcher mit Devisen und CFD Produkten handeln möchte, sollte sich über die Risiken im Klaren sein und im Falle von Fragen oder Zweifeln eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen. Jegliche Meinungen, Nachrichten, Recherchen, Analysen, Preise oder andersweitige Informationen sind als Marktkommentar aufzufassen und dürfen nicht als Aufforderung zum Handeln mit Finanzprodukten angesehen werden. Wir schließen Garantien auf Vollständigkeit und Genauigkeit des veröffentlichten Materials aus. Prognosen über die Zukunft sind grundsätzlich unsicher. Die FXCM Holdings LLC wird keine Haftung für jegliche Verluste oder Schäden übernehmen, darin eingeschlossen sind ohne Beschränkung jegliche entgangenen Gewinne, die direkt oder indirekt aus dem Vertrauen auf unsere Dienste und Informationen entstehen.