Die vergangene Handelswoche war keine gute Woche für die europäische Gemeinschaftswährung. Erfuhr sie noch am Montag ein Hoch, brach sie gegenüber dem Dollar am Dienstag dramatisch ein und konnte sich in den nächsten Tagen nur langsam stabilisieren. Die meisten Konjunkturdaten aus dem europäischen Wirtschaftsraum verhießen nichts gutes für Europa
Aber nicht nur der Euro hatte Probleme. Auch das Britische Pfund Sterling geriet nach abermals schwachen Konjunkturdaten enorm unter Druck. Gegenüber dem amerikanischen Dollar fiel das Pfund auf den tiefsten Stand seit 23 Jahren. Zeitweise kostete das Britisch Pfund nur noch 1,3501 Dollar. Auch gegenüber dem Euro musste das Britische Pfund einige Gewinne abgeben und notierte bei etwa 94 Pence pro Euro. Am Freitag wurde die britische Landeswährung zusätzlich durch den stärker als erwartet ausgefallene Rückgang des britischen Bruttoinlandsprodukts. Im vierten Quartal 2008 ist das britische BIP um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gesunken. Die anhaltende Wirtschaftsschwäche sowie die sich weiter verschärfende Bankenkrise wird das Pfund noch einige Zeit belasten.
Derweil stößt die britische Zentralbank an ihre eigenen Grenzen. Innerhalb von fünf Monaten musste die ehrwürdige Bank of England ihren Leitzins von fünf auf 1,5 Prozent senken. Allen Anschein nach, scheint das Ende noch lange nicht in Sicht zu sein. Im Laufe der Woche wurde bekannt, dass der Präsident der Bank of England, Mervyn Kings, befürchtet, dass die konventionelle Zinspolitik der Notenbank wohl nicht mehr ausreichen wird, um der Krise Herr zu werden. Immer wahrscheinlicher wird, dass die Notenbanker auf neue und andere Mittel zur Wiederbelebung der britischen Wirtschaft greifen müssen, zum Beispiel durch den Aufkauf von Wertpapieren.
Analysten erwarten im kommenden Monat eine erneute Leitzinssenkung von 1,5 auf 1,00 Prozent. Im Vergleich dazu lag noch der Leitzins der Bank of England im September 2008 noch bei 5,00 Prozent. Da auch in Großbritannien alle Anzeichen darauf stehen, dass der Leitzins wie in Japan und in den USA gegen Null tendieren könnte, werden alternative Methoden der Geldpolitik auch von den britischen Zentralbankern erwartet.
Diese Woche wurde bekannt, dass sich die Zahl der Arbeitslosen in Großbritannien im Dezember 2008 um 77.900 erhöht hat. Bereits im November stieg die Arbeitslosenzahl um 83.100. Und dabei handelt es sich nur um die offizielle Statistik, bei der nur diejenigen Arbeitslosen gezählt werden, die aktiv nach Arbeit suchen und staatliche Unterstützung in Form von Arbeitslosengeld beantragt haben. Die Dunkelziffer wird um einiges höher geschätzt. Die Internationale Arbeitsagentur ILO registrierte in der Zeit von September bis November 2008 1,9236 Millionen Arbeitslose in Großbritannien. Im Vergleich zur Vorperiode wurde damit ein Anstieg um mindestens 131.000 Erwerbslose errechnet. Die Arbeitslosenquote stieg laut Zählung der ILO von 5,7 auf 6,1 Prozent.

