von Matthias Walter » 24.02.2012, 10:31
Wenn man sich ganz weit zurücklehnt und die Euro Zone betrachtet, dann muss man sagen, dass das Experiment Euro ein Experiment ist. Es sieht aus wie ein Versuch, etwas Neues und Übergreifendes zu schaffen. Allerdings mit Komponenten, die ein unerwartetes Eigenleben zeigen.
Es scheint auch, dass die Vorstellung von Geld nicht überall gleich ist. Die einen wollen es eher behalten und pflegen, die anderen wollen es möglichst schnell ausgeben.
Wenn ich mir den Monatschart seit 1995 (D Mark) anschaue, dann fällt auf, dass das Tief von 2001/2002 nie mehr getestet wurde.
Es wurde ein Hoch erreicht bei 1,60, dann fiel der Euro innerhalb von 3 Monaten bis 1,23. von da gab es zwei niedrigere Hochs, bei 1,51 und knapp drunter.
Unten wurde nach 1,23 dann 1,1850 getestet. 1,1850 ist aber eigentlich schon unter Limit für eine Aufwärtsbewegung. Es fällt auf, dass die 1,20er Zone eine Basis darstellt. Es gab aber nach 1,60 zwei tiefere Hochs und auch tiefere Tiefs. Warum sollte nicht 0,90/0,95 getestet werden?
Wenn man nicht weiss, um welchen Chart es sich handelt, würde man darauf setzen, dass dieses Tief noch einmal getestet werden muss.
Wir reden natürlich in Zeitdimensionen von Monaten und Jahren. Aber passieren sollte es doch.
Dazu ist sehr viel Geld notwendig oder eine echte Totalkrise. Und es muss einen richtigen Grund geben. Wäre der Austritt Griechenlands ein Grund? Sicherlich nicht.
Aber durch schlechtere Ratings etwa Frankreichs könnte sehr viel Kapital zur Stützung der Banken benötigt werden. Die EZB müsste den Banken riesige Mittel bereitstellen. Draghi würde das tun, der Rat würde Deutschland und Holland überstimmen.
Macht der Bundestag da noch mit? Wird es nicht Deutschland sein, dass austritt? Und trotzdem auf den Schulden sitzenbleibt? Das scheint unmöglich, aber es würde sich finanziell lohnen. Nicht für die Deutschen, ok, aber wo einer verliert, gewinnt ein anderer.