Am Freitag wurde 1,32 getestet. Von dort ist nicht mehr viel passiert, aber man sieht schön eine Keilform nach oben, besonders auf dem 2 Stunden Chart. Normalerweise würde der Preis durch 1,3250 durchgehen Richtung 1,34. Bei 1,33 liegt aber ein starker Widerstand. Es sollte sicherlich oben 1,3480/90 gestestet werden, unten 1,3020/50. Es ist die Frage, wo der Euro zuerst hingeht. Hält er 1,3170, sollte es anschliessend nach oben weiter laufen, aber nicht überzeugend. Geht er direkt nach oben, am Montag morgen, dann macht es geopolitisch keinen Sinn. Der irische Baiklout ist dann wohl auch noch nicht offiziell.
Aber es gibt ja immer beide Möglichkeiten. Am sinnvollsten erscheint mir ein Test von 1,3020/50 gleich ab Sonntag Nachmittag/Montag Morgen. Dann ab Dienstag, wenn sich alles etwas beruhigt, Korea und auch Irland, ein Bounce bis mindestens 1,3480/90.
Portugal steht anschliessend an, vor allem aber Spanien. Portugal ist ja genau genommen schon zahlungsunfähig. Aber international wird dem keine grosse Beachtung geschenkt. Noch einmal 50 oder 80 Mrd, ist eigentlich nichts Besonderes mehr.
Bei Spanien muss der Druck auf die Sparkassen zunehmen. Seit Basel II müssen dort vor allem Immobilien aktuell bewertet werden, diese dienen ja als Garantie für laufende Kredite. Der Markt ist preislich zurückgegangen, aber nicht zusammengebrochen.
Diese Immobilienbewertung sollte Anfang des Jahres für die meisten Banken aktualisiert werden. Denkbar ist also ein Crash im spanischen Immobiliensektor Anfang 2011. Das würde
immense Refinanzierung für spanische Sparkassen notwendig machen. Hier wird der Staat als Eigner, trotz relativ kontrolliertem Schuldenstand, überfordert werden. Es werden sicherlich schlagartig über 100 Mrd gebraucht. Vor allem sind wieder deutsche Banken involviert, die den Spaniern in der Vergangenheit gerne und viel geliehen haben. Auch die EZB hat seit 2008 viele zweifelhafte Immobilien als Garantie angenommen und weitere Milliarden nach Spanien geschickt. Die EZB und auch vor allem deutsche Banken sind also schon, wenn auch indirekt über die spanischen Banken und Sparkassen, an dem Drama beteiligt. Es wird bei einem Crash keine andere Möglichkeit geben, als weitere EU Milliarden bereit zu stellen. Wie viele? 250 Mrd könnten fällig werden. Genau weiss es derzeit wohl niemand.

